Overblog Folge diesem Blog
Edit post Administration Create my blog
schatzsucher.over-blog.de

Die Goldmine des Capitain Boyer

4. April 2011, 16:07pm

Veröffentlicht von asmodeus

Der Kapitän soll hier eine der verschollenen Goldminen aus der gallorömischen Epoche wiedergefunden und ausgebeutet haben, bis er auf mysteriöse Weise ums Leben kam. Alle seine, die Mine betreffenden Unterlagen und Aufzeichnungen verschwanden in dunklen Kanälen. So ist es nicht einmal sicher, ob es sich bei der Mine, die heute seinen Namen trägt, überhaupt um dieselbe Grube handelt, die von Boyer ausgebeutet wurde. Wir haben daran jedenfalls erhebliche Zweifel. Ganz einfach vor allen Dingen deshalb, weil es sich bei der Mine, nördlich gegenüber von Montferrand, ganz offensichtlich nicht um eine ehemalige Goldmine handelt. Hier ist Eisen abgebaut worden. Doch die Goldmine des Kapitän Boyer muss sich in der näheren Umgebung jener Eisengrube befunden haben. Dann wäre natürlich der Gedanke naheliegend, dass Boyers Mine, dieselbe Anlage sein könnte, welche der Bergbauingenieur César d’Arcons in seinem Bericht als die Mine von Albedunum erwähnt. Aus dem Bericht, in dem der Ingenieur jene Mine beschreibt, lässt sich leider nicht entnehmen, wo genau sich diese Mine befindet. Wegen ihres Namens – Albedunum = Weisser Berg – favorisieren Forscher von jeher eigentlich nur zwei Orte in, auf die der Name passen würde: Das mächtige Felsmassiv, auf dem heute nur noch ein paar klägliche Überreste von der ehemaligen Burg Le Bézu zeugen, oder de auffallende weisse Felssporn, auf dem einst das Château Blanchefort  thronte – ungefähr gegenüber der angeblichen Boyer-Mine.

Sollten Albedunum- und Boyer-Mine tatsächlich identisch sein, dann spräche das durchaus dafür, dass sich der Name Albedunum von dem Blanchefortfelsen herleitete. Und noch etwas anderes spricht ebenfalls dafür: Die örtliche Überlieferung will sicher wissen, dass früher einmal eine reiche Goldmine dicht beim Château Blanchefort existierte. Vermutlich erst in jüngerer Zeit scheint eine Variante der alten Sage aufgekommen zu sein, in der die Wisigoten einen Teil ihrer unermesslichen Beute  in der Blanchefort-Mine deponiert haben sollen, als sie in das Land kamen. Später hätten die Templer das alte gotische Schatzdepot entdeckt und das Gotengold als den Ertrag einer Goldgrube deklariert. Zu dem Zweck wären extra fremde Bergleute aus Deutschland nach Le Bézu geholt worden usw.[1] Offenbar ist die echte, alte Sage auf diese Weise mit dem allgemein verbreiteten Abenteuerroman über den Millionen-Pfarrer von Rennes-le-Château kompatibel gemacht worden.

Tatsächlich existieren mehrere alte Minen nahe bei Blanchefort. Einige führen direkt in den Burgfelsen, weshalb sie seit langem bekannt sind. Doch da es sich bei keinem dieser Stollen um eine ehemalige Goldmine handelte, wurde nach derselben seit Jahrzehnten weitergesucht. Nicht mehr, als eine handvoll Sucher wussten in der Vergangenheit von einer weiteren, sehr versteckten Mine, am Fusse des Pic du Pointu, einer markanten Felsnadel, die sich zwischen Blanchefortfelsen und dem Rocco Negro über die Baumwipfel reckt. Allerdings ist auch das keine Goldmine gewesen. Hier ist Kupfer abgebaut worden.

Erst kürzlich, zu Beginn des Jahres 2009, verdichteten sich Hinweise darauf, dass bei Blanchefort tatsächlich eine sehr alte Goldmine in Betrieb gewesen ist.


Prof.ren. asmodeus

[1] Diese Vorgänge sind gründlich untersucht und die wahrscheinlichen Hintergründe und Zusammenhänge dargestellt worden, in dem Buch von U. Vits, „Der Muezzin von Rennes-le-Château“, Ancient Mail Verlag, 2006

 

Kommentiere diesen Post