Mine oder Mausoleum?
"Der Berg Serbairou
Grab Christi oder keltisches Kromleck?
Befindet sich hier tatsächlich eine riesige unterirdische Halle, deren Zugang bei den Quellen ist?"
- fragt ein gewisser Leglja, auf http://www.balkanforum.info/f16/berg-serbairou-7749/
Nun, das fragten wir uns ebenfalls und suchten an Ort und Stelle nach möglichen Antworten. Nicht an irgend einem Ort und an irgend einer Stelle am Berg, sondern dort, wo der Zugang in den am weitesten in das Bergesinnere führenden Hohlraum zu finden ist - am Fuße einer Felswand, nahe bei der Source Madeleine.
Einer stark schwefel- und eisenhaltigen Quelle, die an der Basis des Serbairou entspringt. Heute, wie früher, in der Blütezeit des Thermalbäderbetriebes in Rennes-les-Bains, ein gern besuchter Ort, wie die Gravuren in der Felswand beweisen.
Schwefelig ist im übrigen auch der Ruf, in dem der ganze Berg steht. Phantastisch anmutende Geschichten ranken sich um ihn. Der deutsche Buchautor Manfred Dimde behauptet Beweise dafür gefunden zu haben, daß tief im Inneren des Berges verborgen, die sterblichen überreste von Jesus, in einer raffiniert gesicherten Kammer ruhen würden. Einen schlüssigen Beweis ist Dimde leider schuldig geblieben. Aber auch schon bevor Manfred Dimde mit seiner Serbairougeschichte an die Öffentlichkeit trat, war die Geschichte vom Jesusgrab im Serbairou im Kreis der Rennologen aufgekommen.
Eine andere Geschichte erzählt der Autor Thomas Ritter, von einer abenteuerlichen Exkursion, welche ihn, wohl gegen Ende der 90er Jahre, in eine Höhle des Berges führte. Tief im Inneren dieser Grotte verunsicherte ihn ein grünlich schimmerndes Licht, dessen Quelle er nicht ausmachen konnte. Als dann auch noch Geräusche vernehmbar waren, die den einsamen Forscher an eine Maschine denken ließen, die irgend wo in den Tiefen des Berges zu arbeiten schien, brach er seine Erkundung ab und verließ eilig den unheimlichen Ort. Leider kann Thomas Ritter heute nicht mehr genau sagen, wo sich der Eingang zu dieser Höhle befindet. Schon mehrfach wollte er in die Höhle zurückkehren, um eventuell Bild- und Tonaufnahmen des beobachteten Phänomens zu machen. Es ist ihm nie wieder gelungen, den Eingang zu finden. Er kann sich lediglich daran erinnern, daß er seinerzeit auf der Ostflanke des Serbairou unterwegs gewesen ist und daß der Höhleneingang dort, also auf der Soula de Charbonniere, liegt. Nachdem er die Höhle unbeschadet wieder verlassen hatte, erlebte er auf dem Rückweg zu seinem Auto, bei dem er sich mit Freunden treffen wollte, auch noch so etwas wie eine Zeitanomalie.
Möglicherweise hat es mit dem Berg aber tatsächlich eine besondere Bewandtnis. Denn es ist wohl kein anderer als der "Vater der RLC-Story" selber gewesen, dem Ältere unter den Einheimischen davon erzählten, wie die Leute von Rennes-le-Château ihrem Milliarden-Curé schon zu Lebzeiten auf die Schliche kommen wollten. Wiederholt versuchten Männer den Abbé auf seinen Ausflügen mit der Absicht zu verfolgen, die Quelle seines Reichtums zu entdecken. Denn daß der Curé einen Schatz entdeckt haben mußte, galt damals schon als ausgemachte Sache. Aber niemals ist es jemanden geglückt, hinter das Geheimnis Bérenger Saunières zu kommen. Immer nur bis an den Serbairou konnten die Männer dem Abbé folgen, der seine Verfolger regelmäßig in der Nähe des Berges abschüttelte.
Sein Amtskollege, in Rennes-les-Bains, der Abbé Henri Boudet, befasste sich nachweislich intensiv mit der Umgebung seines Dorfes, die er als einen riesigen Kromleck, mit einem Umfang von etwa 18km, betrachtete. Innerhalb dieses Kromleck erhebt sich der Serbairou, auf dessen Besonderheiten der Abbé, in seinem seltsamen Buch, eingeht. Dort erwähnt er u.a. auch die Quelle "Source Madeleine", deren ursprünglicher Name jedoch "La Gode" lautete. Boudet gab ihr den Namen Madeleine und es bleibt unerfindlich, was ihn dazu bewogen haben mag, die Quelle umzutaufen. Für Spekulationen bietet sich also hier, wie zu dem gesamten Inhalt seines Buches, beinahe unendlich viel Raum. Und der ist denn auch bisher weidlich genutzt worden.
Wir beschlossen den Dingen etwas weiter auf den Grund zu gehen und uns im Inneren des Berges umzusehen, nachdem wir seine Oberfläche im Verlauf der vergangenen Jahre unzählige Male erkundeten - ohne damit sagen zu wollen, daß wir dabei inzwischen Alles gesehen und gefunden hätten. Thomas Ritters eigenartige Höhle beispielsweise zählt zu jenen Orten, nach denen wir auch weiterhin Ausschau halten. Denn die alte Mine bei der Source Madeleine kann von ihrer Lage her nicht die Höhle sein, in der Thomas Ritter sein Abenteuer erlebte. Als Versteck für einen Schatz dagegen, würde sich dieser verwinkelte, zerklüftete und vertrackte Fuchsbau auf das Beste eignen.