Ein Römergrab und seine Rätsel
Seit langer Zeit ist der Ort Rennes-les-Bains nicht nur wegen seiner Thermen ein Begriff gewesen, sondern auch wegen seines staunenswerten Fundreichtums. Kaum ein Autor, der über den Thermalbadeort schreibt, vergisst diesen Umstand zu erwähnen. So z.B. Adolphe Joanne, in seiner „Géographie de l’Aude“, aus dem Jahr 1893. „Die Überreste alter Konstruktionen, die Urnen, die in der Nähe der Thermen gefundenen Medaillen, bezeugen, dass sie schon von den Römern besucht worden sind.“ An anderer Stelle bemerkt er, dass vor allen Dingen Münzen massenhaft aufgesammelt worden sind. Darüber berichtete schon der Abbé Delmas, dem wir die ersten aufschlussreichen und zuverlässigen Berichte verdanken. Dem sogenannten Delmas-Manuskript (1709) – einem Forschungsbericht des Curé – ist zu entnehmen, dass zumindest in der Zeit, in der Abbé Delmas Curé in Rennes-les-Bains gewesen ist, von den die Einwohnern des Ortes römische Bronze- und Kupfermünzen einfach an Altmetallhändler verkauft wurden, bis Delmas seine Schäfchen dazu aufforderte, ihre Funde doch lieber bei ihm gegen einen besseren Preis abzuliefern. Sein Appell richtete sich jedoch nicht ausschliesslich an die Finder von Münzen. Denn die einfachen Leute in Rennes-les-Bains stolperten gewissermassen bei Schritt und Tritt über Hinterlassenschaften aus der römischen Antike und dem Mittelalter. Gewöhnliche Funde betrachteten sie als alltägliche Angelegenheit. Scherben oder zerbrochene Keramiken und andere, „alte“ Sachen mögen sie ganz einfach als Müll angesehen und entsprechend behandelt haben. Sicherlich sind so im Lauf der Zeit unzählige Stücke unwiederbringlich verloren gegangen. So manches hat sich aber, trotz der seit den 60er Jahren ausufernden Raubgräberei, sogar bis in die heutige Zeit erhalten.
Noch 1983 war die Quelleinfassung von „Le Cercle“ geschmückt mit zwei römischen Kapitellen, aus der Zeit, zwischen dem 1. Jh. v.u.Z. und dem 2. Jh. u.Z. und einer Urne. Diese kostbaren Stücke wurden von den Archäologen Rancoule und Toulze, zusammen mit einer enormen Menge antiker Töpferwaren, im Gesamtgewicht von 72 kg, geborgen. Einige der schönsten Stücke sind seit dem, zusammen mit anderen Fundstücken, in dem kleinen Museum des „syndicat d’initiative, in Rennes-les-Bains ausgestellt. Im Bereich der Quelle kamen bei dieser Notgrabung ausserdem zahlreiche römische Münzen vom Beginn unserer Zeitrechnung, antikes Glas, römische Dachziegel, Nägel und Beschläge zutage. Das Glas scheint nach Auffassung der beiden Archäologen in einer Glashütte, bei der Salsquelle hergestellt worden zu sein. Die Keramik dagegen gleicht den Produkten aus den Töpfereien von Grafenseque, in der Nähe von Millau, mit deren charakteristischen Nachahmungen von Arezzo-Keramik. Einige der schönsten Fundstücke kamen an das kleine Museum des „syndicat d’initiative“ in Rennes-les-Bains.
In diesem Museum befindet sich noch ein anderes Fundstück, welches in der Saunière-Saga eine gewisse Rolle spielt. Die Rede soll jetzt von jenem ominösen Kopf sein, der zuweilen als „tête de homme“ bezeichnet, einmal den Merowingerkönig Dagobert II, ein anderes mal Jesus darstellen soll. Es kursieren die phantastischsten Interpretationen.
Was hat es mit diesem mysteriösen Kopf aber tatsächlich auf sich?
Welche dubiosen Vorgänge ereigneten sich in Rennes-les-Bains, im Zusammenhang mit Bauarbeiten, in deren Verlauf ein Felsengrab freigelegt und ausgeplündert worden sein soll?
Welche Geheimnisse verbergen sich noch in und um Rennes-les-Bains?

Welcher "Große Römer" könnte in der Felsengruft von Rennes-les-Bains bestattet worden sein?
Antworten auf diese Frage und und auf andere Fragen gibt Udo Vits nun in einer Veröffentlichung unter dem Titel "OCCITANISCHE ABENTEUER", erhältlich über amazon.