Der Raubritter von Rennes-le-Château
Ein wenig unsicher ist sich die Überlieferung hinsichtlich der früheren Existenz einer Münzstätte in der Umgebung des Roque Négre, am Mont Blachefort. Einmal soll dort unter Karl dem Großen Münzgeld geprägt worden sein. Ein anderes Mal, sollen die Templer, oder nach einer noch anderen Version, zur Zeit des Ordens, der Schwiegersohn des Grundherrn von Rennes-le-Château und der Neffe des amtierenden Papstes, Falschgeld geprägt haben. Wahrscheinlich gehen diese Legenden auf Ereignisse zurück, die sich in der Zeit kurz nachdem der Templerorden zerschlagen worden war, tatsächlich ereigneten.
Sehr wenig bekannt ist über einen vergleichsweise weniger bedeutenden Schatz, für dessen mögliche Existenz aber vielleicht gerade die Tatsache spricht, daß über ihn so gut wie nie gesprochen wird. Trotzdem wollten Gerüchte nie ganz verstummen, denenzufolge einer der Grundherren von Rennes-le-Château den standesgemäßen Beruf des Raubritters erwählte. Als solcher soll er mit seinem Haufen die Goldtransporte auf ihrem Weg nach Spanien, in der Pyrenäenwildnis überfallen und ausgeraubt haben. Seine Beutezüge sollen über eine lange Zeit erfolgreich gewesen sein, bis die Transporte später von stärkeren Truppen geleitet wurden. Den größten Teil des Raubgutes soll jener Sproß der Voisins später, als sich der Verdacht auf ihn richtete, in einem Depot in der Nähe von Rennes-le-Château versteckt haben, und bald darauf gestorben oder umgebracht worden sein.
Reste einer Falschmünzerwerksstatt nebst einem dazugehörigen Lager Münzgold brauchen demzufolge am Blanchefort nicht länger gesucht werden.
Udo Vits
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Château des Templiers - Le Bézu
Exkursion zur Templerburg, bei Le Bézu, unweit von Rennes-le-Château, im Dept. Aude.
