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Eine neue Attacke...

5. Dezember 2011, 22:31pm

Veröffentlicht von asmodeus

Immer noch zieht das vermeintliche Gotenschatzdepot, im oberen Salstal, die Rennologen magisch an. Gleichwohl mehrere eingehende Untersuchungen an und in dem von Michel Vallet bezeichneten Felsenloch übereinstimmend negative Ergebnisse erbrachten, möchte offenbar jeder einzelne sich selber davon überzeugen, dass hier tatsächlich kein Eingang in irgend eine unterirdische Anlage existiert.

Jarnac Loch (18)

Also wollte sich schliesslich auch Ben Hammot nicht die Gelegenheit entgehen lassen, an dem von Vallet bezeichneten Felsen, sein Entdeckerglück zu erproben. Am letzten Wochenende im November besuchte er uns mit seinem Team an der Salsquelle, um uns zu einer kleinen Exkursion  zu dem angeblichen Depot zu überreden. Viel Überredungskunst musste er nicht aufbieten…

Jarnacgrotte mit Hammot (1)klein

Im Anschluss an eine gemütliche Runde im Salon brachen wir auf zu einer gemeinsamen Exkursion. Die Crew hatte sich gut vorbereitet. Nachdem wir den Felsen erreicht hatten, wurde ohne zu zögern zuerst die enge Röhre ispiziert. Ein erster Versuch, in den engen Schlauch hinein zu kriechen, brach man wegen der offensichtlichen Aussichtslosigkeit schon bald ab. Statt dessen kam jetzt eine Videosonde zum Einsatz. Bestückt mit einer Kamera, die brauchbare Bilder aus dem Inneren des Felsens an einen Monitor lieferte. Doch waren leider keine aufregenderen Entdeckungen zu verzeichnen, als ein blaues Seil, welches andere Sucher zurück gelassen hatten. Es bestätigte sich, wenn auch in besseren Bildern, lediglich der bisherige Befund. Die Röhre führt knappe 3m tief nach unten in den Felsen, verläuft dort annähernd horizontal weiter nach links, verengt sich aber in der Biegung bereits so stark, dass sie unpassierbar wird.

Jarnacgrotte mit Hammot (9)klein

Eine zweite Röhre, eigentlich eine Spalte, führt aber von dem Absatz an nach rechts noch tiefer nach unten. Wir konnten eindeutig feststellen, dass tatsächlich weiter unten am Felsen mündet, wie wir selber schon früher wegen Schallübertragung vermutet hatten. Leider ist aber auch diese Spalte viel zu eng für einen erwachsenen Mann.

Jarnacgrotte mit Hammot (22) klein

Also brachen wir die Erkundung ab. Während die Hammots ihre Geräte einpackten, kletterte ich die wenigen Meter abwärts, bis zu der tiefer liegenden  Schlauchmündung. Die war in der Zwischenzeit, seit meinem letzten Besuch, erweitert worden und schien jetzt „bekriechbar“ zu sein. Und weil auch hier, so wie in der oberen Röhre, ein Seil liegen geblieben war, kroch Patrick hinein. Er erreichte nach einer kurzen Strecke einen in der Röhre liegenden Plastik-Kanister, an dem das Seil befestigt und dann noch weiter in die Röhre ausgelegt war. Das sah nach schwerer Arbeit aus. Nicht weit hinter dem Kanister, gelangte Patrick in eine kleine Grotte, von der aus die Röhre noch weiter in den Berg fortsetzte.

Jarnac mit Pat II (3) klein

Wider Erwarten war es doch noch spannend geworden. Auf eine Höhlenexkursion waren wir nicht vorbereitet und deshalb beschlossen wir, den Tunnel am nächsten Tag weiter zu erforschen.

Jarnacgrotte mit Hammot (29)klein

Wir trafen uns am folgenden Nachmittag an dem „Jarnac-Felsen“. Während die Hammot-Crew den selben Weg einschlug, den ich am Vortag gezeigt hatte, wählte ich eine Alternativroute, die erst auf den Gipfel des Berges und von dort abwärts, zu der Felsformation mit den Röhren führt – was noch eine weitere Entdeckung ermöglichte. Im Wals, oberhalb des Jarnac-Felsens, haben Schatzsucher ein Camp eingerichtet.

Jarnac mit Pat II (8)klein

Ein weiteres Anzeichen dafür, dass sich jeman grosse Mühe gibt, dass Gotenschatzdepot zu erreichen. Die Kollegen hatten ihr arbeitsfreies Wochenende und wir konnten den engen Stollen ungestört erkunden. Zu dritt krochen wir nacheinander in den ungemütlichen Schlauch, durch den nassen Lehm, der nach der kleinen Grotte den Boden bedeckte und das Vorwärtskommen zusätzlich erschwerte.

Ronny in Jarnac-Loch1

Doch sehr weit vorwärts kamen wir auch in diesem Tunnel nicht. Nach „gefühlten“ 30m endete die Röhre an einem Absatz, der eine kleine ungefähr 2m tiefe Kammer bildet, in der sich am Grund Wasser angesammelt hat. Der Wasserstand beträgt gegenwärtig zwar nur zwanzig bis dreissig cm, doch die Röhre, die am Grund weiter in den Berg hinein führt, ist wiederum nicht passierbar. Wir arbeiteten uns also mühsam genug wieder durch die Röhre zurück, ins Freie.

Unsere Eindrücke stimmen mit der Beschreibung Michel Vallets, vom „Zugangsbereich der unterirdischen Anlage“ weitgehend überein. Deshalb gehen wir davon aus, dass Vallet und Daffos ein Stück weit in diese, die untere Röhre hinein gekrochen sind. Beide sind keine Speleos und verfügen wahrscheinlich nur über geringe Höhlenerfahrung. Nur zu verständlich, dass sie ihre Erkundungen abbrachen, weil sie ihnen lebensgefährlich erschien – und beängstigend genug ist die Szenerie in einer so engen, unbekannten Röhre.

Trotzdem bleibt es spannend…


asmodeus

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