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RLC Höhlen - Legende und Wahrheit (1)

6. April 2011, 03:02am

Veröffentlicht von asmodeus

RlC von Couleurs 5kleinObwohl hyper-mediatisiert fanden verschiedene wichtige und reale Aspekte von Rennes-le-Château bisher nur sehr viel geringere Aufmerksamkeit, als sie es ganz ohne jeden Zweifel verdienen. Zwar ist von jeher viel über Höhlen unter und nahe bei dem Ort geredet und geschrieben worden, doch zumeist nicht aus echtem Interesse und noch weniger aus eigener Erfahrung. Fast allen Autoren ging es speziell in diesem Zusammenhang vordergründig darum, mehr oder weniger wirre Theorien zu konstruieren oder überhaupt nur ihrer Phantasie freien Lauf zu lassen, während die wirklich ambitionierten Schatzjäger ganz andere Spuren verfolgten, die es logischerweise ja bereits gab, bevor jene Flut von "Schatzliteratur" einsetzte. Diejenigen also, die direkt vor Ort und mit oftmals großem persönlichen Einsatz nach dem sicherlich nicht bloß hypothetischen Schatz - vielleicht auch nach mehreren verschiedenen Schätzen - suchten, schrieben in aller Regel keine Bücher über ihre Aktivitäten. Sie waren viel mehr bestrebt, keine Aufmerksamkeit zu erregen. Eventuelle Funde und vielversprechende Entdeckungen sind oftmals sicherlich verschwiegen und verheimlicht worden. Andererseits begegneten die Speleologen aus der Region dem gesamten Rummel um Rennes-le-Château mit größter Skepsis, die sie lange Zeit davon abhielt, sich ernsthaft für die nahe bei dem Ort liegenden Höhlen zu interessieren. 

Die so entstandene Lücke wollen wir mit dieser Dokumentation weitestgehend schließen. Rennes-le-Château hat nämlich auch eine sehr interessante Geologie aufzuweisen, ist umgeben von großartigen Landschaften und einigen Höhlen, die es nötig haben, ihnen das Geheimnisvolle und den Schwefelgeruch zu nehmen. Unsere kleine Bestandsaufnahme wird gewiß alle Neugierigen zufrieden stellen und sie wird ihnen erlauben, interessante Exkursionen zu unternehmen, auf der Suche nach Herausforderung und Abenteuer. Und warum nicht auch auf der Suche nach den reichen Schätzen, welche hier, in der Region, seit vielen Jahrhunderten ihrer Entdeckung entgegenschlummern.. 

Am Ausgang von Couiza an den Anfängen des Hochtales der Aude führt eine kleine Straße steil auf das Plateau hinauf, auf dem sich verschiedene Bauwerke drängen: Verfallene Häuser, Villen, ein zugrunde gerichtetes Château und dann natürlich der Turm des ehemaligen Pfarrers Saunière, der post mortem so berühmt geworden ist. Rennes-le-Château ist ein großartiger Aussichtspunkt über die Ebene des Razès. Wenn man zum Plateau hinauf fährt und dabei die Ruine des Schlosses von Coustaussa bewundert hat, öffnet sich zunehmend ein weiter Horizont bis zu den kahlen Gipfeln des Bugarach hinüber. 

Sommer 2009 (7)kleinDas Panorama ist schier unermeßlich, prächtig und verschiedenartig. Vorm südlichen Fuß des Dorfes dehnt sich ein großes Plateau aus, welches durch felsige Kranzgesimse getragen wird. Etwa in seinem Zentrum, neben dem Bauernhof Le Carla, entwickeln sich die wichtigsten Hohlräume des Bereichs. Unten, im Audetal, bemerkt man Espéraza, mit den langen Ziegelsteindächern seiner alten Hutfabriken, man erliegt dem majetätischen Eindruck der Gipfelkette in den Hochpyrenäen, und schaut bis zu den Bergen des Kerkorb und Pays de Sault. 

Das alte oppidum Reda oder auch Rhedae erfuhr eine wichtige Entwicklung in der römischen Epoche dank einem Verbindungsweg, der die via aquitania mit Spanien durch die Gorge de Saint-Louis verband. Zentrum eines einst blühenden  wisigotischen Königreichs. Rennes blieb auf Jahrhunderte hinaus immer noch eine wichtige Stadt., nachdem das tolosanische Reich der Wisigoten längst untergegangen war. Hauptstadt "Pagus Redensis", dann Sitz der Grafschaft Razès, Rennes fällt danach, in der Mitte des 10. Jh. an die Familie der Trencavel von Carcassonne. Später sollte Rennes viel unter zahlreichen Verwüstungen zu leiden haben, die auf Kriege und auf Epidemien zurückzuführen sind, so daß heute nur noch sehr wenig übrig ist vom alten castrum von Reda. Das aktuelle Schloß von Rennes ist nicht älter, als aus dem XVI. Jahrhundert.  Wir können und wollen in dieser Arbeit nicht näher auf all diese Ereignisse eingehen, weil wir beim Leser überdurchschnittlich gute Kenntnis des gesamten Themenspektrums voraussetzen - bis auf den einen Aspekt: Die Höhlen...

Nach und nach ist das Dorf zugrunde gegangen, und es ist nur fair, daß sich nun wieder Interessen darauf richten und Aktivität herrscht. Der Tourismus ist zum  größten Wirtschaftsfaktor geworden, nachdem die geheimnisumwitterte Lebensgeschichte des Abbé Béranger Saunière ihren wohl beispiellosen Siegeszug in die ganze Welt angetreten hatte - in aller erster Linie sicherlich wegen des berühmten "Schatzes von Rennes-le-Château". Aber wo viel Licht ist, da ist eben auch viel Schatten. Im diesem Fall handelt es sich hauptsächlich um die heimlichen Ausgräber, die zu oft ohne Unterscheidungsvermögen den lokalen Untergrund demolierten, sogar nicht einmal davor zurückschreckten, Sprengstoffe einzusetzen, leider! 

Bekanntlich verbietet ein Gemeindeerlaß vom 28. Juli 1967 jetzt die Ausgrabungen. Rechnen Sie ebenfalls mit einer starken Mystikkonzentration und anderen exzentrischen Geheimnisexperten aller Schattierungen, welche sich nicht scheuen, auch noch die geringste menschliche Schwäche auszunutzen. 

Warum wir die Einzelheiten über jene Hohlräume dann aber nun doch enthüllen, werden Sie fragen? 

Schaffen wir damit nicht noch einen weiteren starken Anreiz, sie zu gefährden?

Diese Sorgen sind legitim, aber wir meinen, daß die Mehrzahl dieser Hohlräume bereits besucht und ausgegraben worden ist und von den Forschern des Schatzes nach allen Regeln der Kunst "untersucht" wurden. Für den "Normal-Touristen" wiederum sind die Höhlen zu strapaziös, zu riskant, zu abgelegen und auch nicht attraktiv genug.  Bleiben also noch die Abenteurer, unter denen sich inzwischen jedoch weitgehend etwas entwickelt hat, das man im Allgemeinen als Umweltbewusstsein bezeichnet. Gerade unter jenem traditionell schlimm beleumdeten Typus verbirgt sich heutzutage zumeist das genaue Gegenteil des üblichen Klischee. Aus noch einem anderen Grund verbietet es sich, die Grotten dem gewöhnlichen Tourismus zu öffen: 

ACHTUNG LEBENSGEFAHR - durch unregelmässig entstehendes Kohlenmonoxyd

 

Speleologische und Geologische Anmerkungen

Es ist keine Region, die den Höhlenforscher begeistern kann, denn die Geologie ist weitgehend unspektakulär. Die Kalkschichten sind in fast horizontalen Tafeln angeordnet und nur mäßig dick. Vom Grund bis zum höchsten Punkt sind es nur weit weniger als hundert Meter.  

Fast ausschliesslich über die Karsthöhle Aven du Maquis (besser unter dem Namen Aven Paris bekannt) ist seit langer Zeit unter den Einheimischen geredet worden, er wird im übrigen auf der IGN-Karte verzeichnet. Einige Höhlenforscher und noch mehr Schatzsucher haben ihn erforscht. Unter diesen muß man Pierre C. nennen, Eingeborener von Espéraza, der in der Nachbarschaft einige Untersuchungen und Besuche auf dem Plateau durchführte. Ihm hatte man von der Existenz eines Loches berichtet, in dem man Wasser laufen hörte. Dieser Hohlraum. Als Carla 3 bezeichnet, wurde erst im Jahre 2003 wiedergefunden. 

Es waren besonders die Schatzforscher, welche ab den 60er Jahren die ersten Explorateure der Hohlräume des Bereichs stellten. Sie suchen, graben (oft ein wenig zu sehr und ein wenig zu laut für den Geschmack der Einwohner des Ortes) und erforschten nach und nach die meisten Hohlräume des Plateaus. Einige sind vielleicht nicht einmal in diesem Inventar enthalten. Wenn das der Fall sein sollte, wird diese Dokumentation selbstverständlich jeweils dahingehend erweitert. Denn in der Tat stellen unsere Untersuchungen nur Parzellen des gesamten Geländes vor - und es ist durchaus möglich, daß andere hartnäckigere Forscher andere Hohlräume, insbesondere im Bois Lauzet, gefunden haben könnten, bis hin zum Pique de Valdieu. Dieses Inventar erhebt also nicht auf Anspruch Vollständigkeit, versucht dennoch die höhlenkundliche Realität dieses kleinen Karstes möglichst getreu darzustellen. 

Was die angedeuteten Möglichkeiten in dem Bereich betrifft, so sind sie zwar nur gering, aber nicht völlig auszuschließen. Eine Erforschung der Wege des Oberflächenwassers im Bereich der Carla könnte zu einigen Entdeckungen führen. Dafür muß man den Bois de Lauzet ernsthaft untersuchen und désobstruction der Hohlräume Carla 1 und Carla 4 in Betracht ziehen.  (Vergleichbar mit den Arbeiten in der Grotte Fournet, auch Grotte d'Madeleine genannt, in der bisher nicht oder nur sehr schwer zugängliche Gänge so weit erweitert worden sind, dass seit diesem Jahr (2008) endlich auch vorher unerreichbare Abschnitte begehbar sind. Nach der vermuteten Verlängerung in Richtung des Oberwassers wird jedoch immer noch gesucht, was jedoch weiteren großen Arbeitsaufwand erfordern würde - Gang ausräumen und erweitern.)

Die Gelände, in denen sich die Haupthohlräume entwickeln, sind von Rognacien (C7b-e1) und haben eine Schichtstärke von ungefähr 10 bis 20 m. Diese Gelände bestehen im allgemeinen aus zwei Kalkplatten, die durch einen mergeligen Horizont von geringer Dicke getrennt wurden. Der Kalkstein ist weiß oder gefärbt, von massivem Aspekt und zeigt ein sehr vielfältiges Aussehen, das eher einen lakustrischen Morast-Ursprung (Sümpfe) voraussetzt. 

Dieser Kalkstein ruht auf den Mergeln des roten Maurine (C6b-7a) mit Dicken von 20 bis 30 m von violetter Farbe. Über dem Kalkstein bilden die hauptsächlich mergeligen Anteile vitrollien (e1 b), ein charakteristisches Element der Landschaft durch ihre roten Bäuche an den ausgewaschenen Flanken. Sie sind 50 bis 120 m dick und abwechselnd durch gelbe und rote Mergel gebildet, und sie wimmeln förmlich von Microcodium. Genau genommen unbekannten Ursprungs, denkt man, daß Microcodium das Produkt der Aktivität lakustrischer oder fluviatiler faseriger Bakterien ist. Sie entsprechen einer Verschlechterung eines Kalksubstrates auf einem hydromorphen Boden (Böden, die sich unter Bedingungen schlechter Drainage, in den Sümpfen bilden, die Zonen, wo das Wasser durch Infiltration konvergiert, oder in den Untiefen). Sie bezeichnen also eine kontinentale Mitte. 

Die Region gehört zu einer strukturalen Hauptzone mit Achse O-W, die nieder-pyrenäische Zone. Diese wird in asymmetrischen antiklinalen oder muldenförmigen Flächen spürbar in Ost-West- Richtung organisiert. Man unterscheidet dort vom Norden in Richtung Süden: die Antiklinale von Alet, das muldenförmige von Couiza-Arques, die Antiklinale des Cardou, das muldenförmige von Rennes-les-Bains, (das oft mit jenem von Rennes-le-Château verwechselt wird), die Antiklinale der Fontaine Salée und das muldenförmige von Soulatgé-Bugarach. Das muldenförmige von Rennes-le-Château ist eine sehr umfangreiche Falte mit Achsenoberfläche O-W bei starkem Einfall in Richtung Süden (korrigierte Platten der Umgebung der Source Quatre Ritous). Die Achse der Falte hat einen Westeinfall ungefähr 10/15°. Wellenlänge  der Falte beträgt 5 km. 

Ins Zentrum dieser Falte erstrecken sich die schrägen Fehler N/S, sie spielen in die normalen Fehler hinein und zerstückeln das Tablett in großen Abläufen, die durch die Kalkschichten unterstrichen werden. Diese Brüche sperren den natürlichen Abfluss des Wassers in Richtung Westen und zwingen das Grundwasser, das durch den Bois Lauzet dräniert wurde, im Bereich des Bauernhofes der Carla und entlang des Bachs desselben Namens bis zu Labadous auszutreten, wo sich eine dauerhafte Quelle befindet. Im Bereich der Carla ist es der Abfluss von Carla (C 1), der regelmäßig die Rolle eines Überlaufes spielt. Aber wenn der Ausstoß in starkem Maße steigt, kommt es vor, daß die Grotte der Carla (C 2) sich in Last stellt, und es dazu kommt, daß sie überzulaufen beginnt. 

Flußaufwärts findet man diese Aktivitäten im Loch von Carla 3 (C 3) wieder, in dem man Wasser ziemlich oft laufen hört (etwas schwächer, wegen der auf beiden Seiten schwach dimensionierten und verstopften Leitung), bei starken Hochwasser kommt es dort sogar vor (nach Aussage des Eigentümers des Bauernhofes), daß dieser Hohlraum überläuft. 

Es ist sehr wahrscheinlich, daß der Hohlraum Carla 4 flußaufwärts ein weiterer Zufluß  zu diesem unterirdischen Wasserlauf ist, der bei sehr starken Hochwasser  ebenfalls überläuft. Dieses stufenförmig aufeinanderfolgende "in Last setzen" läßt vermuten, daß die Leitungen sich jeweils beträchtlich verengen, und daß ihre Durchquerung schwierig sein muß, wovon wir uns im übrigen bei unseren Exkursionen überzeugen konnten. 


in der Umgebung von RLC gerieten wir auf einer unserer Höhlenexpeditionen an einen wirklich unheimlichen Ort. Wir tauften diese Höhle auf den Namen "Satanisten-Grotte"...

asmodeus

 

 

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