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Geheimnisse einer Kapelle

18. Mai 2011, 22:24pm

Veröffentlicht von asmodeus

Salvayre Juni 2010 (43) klein

GPS-Koordinaten: 43 ° 00 '24 "N - 2 ° 17 '31" E 

Saint-Salvayre –

Oberhalb von Alet-les-Bains gelegen und in früheren Zeiten eine Satellitenstadt von Alet, dürfte St.-Salvayre für den Bischofsitz von großer Bedeutung gewesen sein – nicht nur in ökonomischer Hinsicht. Hier oben befanden sich jedenfalls Getreidespeicher und sicherlich auch andere Lager für die Versorgung von Alet. Die Überreste einstmals gewaltiger Mauern und Terrassen erstrecken sich, unter dichtem Gestrüpp verborgen, vom Dorfrand weit in nordwestlicher Richtung, und zeugen von der früheren Größe der Siedlung.

Salvayre mit Werner (8) kleinHeute besteht die hauptsächliche Attraktion des winzigen Dorfes in der wunderschönen und geheimnisvollen Kapelle St.-Salvayre.  Als Katharer-Kirche bezeichnet, zB. bei Megalithic-Tours http://www.megalithictours.com/Photo%20Pages/cathar%202009.htm Oder als Templerkapelle betrachtet, z.B., von John K. Young (in seinem Buch „Sacred sites of the Knights Templar: ancient astronomers and the Freemasons ...“)

Salvayre Juni 2010 (73) kleinEines ihrer Geheimnisse stellen bereits die vier „Corbeaus“ (Raben) dar, welche die vier Ecken des äußeren Sims unter dem Dach zieren. Angeblich stammen sie von der Kathedrale in Alet-les-Bains. Doch ist das lediglich eine Vermutung. Sicher ist nur, dass die Köpfe ursprünglich nicht für die Kapelle geschaffen worden sind. Sie passen nicht so recht ins Mauerwerk. Genauso, wie der gesamte Simskranz, in dem sich winklige Segmente finden, und deren Unterteilung nicht stimmt. Möglicherweise handelt es sich sogar um Stücke aus der römischen Epoche.

Salvayre mit Werner (21) kleinBeim genaueren Hinschauen entdeckt der aufmerksame Beobachter sowohl außen, als auch im Inneren des Bauwerkes weitere Elemente, die ganz offensichtlich einmal Bestandteile eines anderen Gebäudes gewesen sein müssen, ehe sie in der Kapelle verbaut worden sind. Den Grundriß  bildet ein einfaches griechisches Kreuz mit gleich langen Armen. Das Deckengewölbe lässt den romanischen Ursprung noch erkennen. Während der gotischen Epoche ist die kleine Kirche umgebaut und erweitert worden. Im Verlauf der Religionskriege wurde sie schließlich, zusammen mit der Kathedrale in Alet zerstört. Deutlich erkennbar sind im Innenraum die Spuren der letzten Instandsetzung. Salvayre Juni 2010 (55) kleinDoch niemand kann sagen, in welcher Periode die Corbeaus und das Gesims verbaut worden sind. Zu erwähnen wäre aber vielleicht eine Vermutung, die Dr. Boyer (Mitglied der SESA und renommierter Heimatforscher) 1941 aussprach.

Salvayre mit Werner (19) kleinIhm zufolge könnten die dekorativen Elemente, aber auch andere „fremde“ Steine von jenem geheimnisumwobenen Heiligtum stammen, von dem lediglich sein Name, die „Alte Kirche“, überliefert ist. Diese soll sich unterhalb von St.-Salvayre, bei den „Grottes de Lavalette“ befunden haben. Einem Höhlensystem, um das sich wiederum uralte Legenden und geheimnisvolle Geschichten ranken. So, wie das ganze St.-Salvayre und seine Umgebung von Rätseln und Geheimnissen förmlich überwuchert zu sein scheint. In den Grotten von Lavalette fanden sich jedenfalls Siedlungsspuren von Menschen bereits aus der Jungsteinzeit. Archäologische Grabungen förderten Scherben und Vasen aus der frühen Bronzezeit (1800 bis 1500 vuZ) zu Tage. Befestigungsmauern vor dem Höhleneingang,wie sie für eine Verteidigungsanlage typisch sind, erinnern an die Spulgas im Ariege. Verschiedene Forscher, wie z.B. der bereits genannte Dr. Boyer, sind der Auffassung, dass die auffällige, freistehende Mauer bei den Höhlen, der Rest jener sagenhaften „Alten Kirche“ sei. Es wird nicht bezweifelt, dass die Lavalette-Höhlen praktisch in allen Zeiten, seit Menschen das Audetal besiedelten, diesen als Schutz- und Verteidigungsanlage diente. Während des Katharerkreuzzuges verbargen sich in den Höhlen von Lavalette die grausam verfolgten Ketzer und im Verlauf der Religionskriege boten sie den jeweils gerade unterlegenen Anhängern von beiden Parteien als Unterschlupf.


 

Die Pyramide und der Menhir

Salvayre Jan 09 (26) kleinUnbekannter Herkunft. Angeblich soll an der Stelle ein Menhir gestanden haben, den man zum Sockel für ein Kreuz umfunktionierte und vor nicht allzu langer Zeit in Pyramidenform ummauerte wobei man an der Vorderseite eine gravierte Steinplatte einsetzte, deren Inschrift bisher unentschlüsselt geblieben ist.

Ein christianisierter Megalith?

Bloße Laune eines Hirten oder Bauern aus dem Ort?

Immerhin befindet sich unweit des Dorfes,ca. 900m in NW, ein echter Menhir „Pierre Droit“ genannt und auf der IGN-Karte verzeichnet und bereits von Germain Sicard erwähnt. Zuweilen auch „Stone-Right“ genannt, steht er auf seinem Platz, hoch über der Arce-Schlucht. Die Legende erzählt, dass er von einem Riesen aus dem Felsen "Roque Broundo“ gerissen worden sei. Es handelt sich um einen viereckigen, prismatischen Stein, leicht nach NO geneigt, mit einer Kantenlänge von 150cm, an der längsten Kante und 1,38cm an der kürzesten Kante. Seine Spitze befindet sich 140cm über dem Boden und weist eine alte Bohrung auf, in der früher ein eisernes Kreuz steckte.

Für die Überreste des „Tour de Arce“ genannten Turmes, in der Nähe des Menhirs, interessierten sich die Archäologen bisher noch nicht. 

Rocher de l'Aigle 

Ein weiterer markanter Punkt ist der Adlerfelsen, nur wenige hundert Meter entfernt von St.-Salvayre, im SW. Den Recherchen eines Rennologen zufolge, soll sich das in der Umgebung von Rennes-le-Château vermutete Grab von Jesus Christus früher in einer Höhle unterhalb des Felsen befunden haben. Gemeint ist offenbar eine der drei Lavalette-Höhlen. Während des Sarazeneneinfalles seien die sterblichen Überreste von Jesus jedoch an einen anderen geheimen Ort im Razès gebracht worden. Der Name des Felsens könnte allerdings auch ein wisigotisches Erbe und damit ein wichtiger Hinweis sein. 

saint salvayre pierre droite menhir

 

 

asmodeus

Wird fortgesetzt...

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