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Der Grabungsbericht des Ingenieur J. Cholet

4. April 2011, 16:40pm

Veröffentlicht von asmodeus

Kaum ein Buch über Rennes-le-Château kommt ohne einen Verweis auf den Grabungsbericht des Mr Cholet aus. Dieser Rapport scheint also eine wichtige Quelle darzustellen. In einem gewissen Rahmen trifft das auch zu. Von unserer ursprünglichen Absicht, den Cholet-Bericht komplett ins Deutsche zu übertragen und hier zu veröffentlich, nahmen wir jedoch Abstand, als wir uns während der Übersetzung eingehend mit dem Text auseinander setzten. Es ist einfach wirklich nicht der Mühe wert – soweit es sich um die ersten zwei Drittel des Berichtes handelt. In denen der Verfasser den Versuch unternimmt, dem Leser einen historischen Überblick zu verschaffen. Seine diesbezüglichen Ausführungen sind schlichtweg unbrauchbar. Gleichwohl nehmen sie den grössten Raum in dem Bericht ein.

Wer sich das Studium des gesamten Berichts trotzdem antun will, der kann sich bereits anhand einer groben google-übersetzung einen eigenen Eindruck verschaffen.

 

Als ein Dokument aus der Zeit der wilden Grabungen in Rennes-le-Château, ist der Bericht jedoch dennoch ein unersetzliches Zeugnis. Insbesondere deshalb, weil Cholets primäre Informationsquelle eindeutig Noel Corbu gewesen sein muss. Der Ingenieur übernahm offensichtlich den grössten Teil seiner Darstellung historischer Ereignisse, in all ihrer Unzulänglichkeit, von dem Hotelier. Insofern sind diese Teile des Berichts für uns wenig hilfreich. Dafür wird auf diese Weise besser erkennbar, woraus Noel Corbu seine Saunière-Sage konstruierte. Aus Dorftratsch, Gerüchten, Vermutungen und Irrtümern. Um das gesagte zu demonstrieren wird es völlig genügen, wenn wir lediglich einen Auszug aus jenem Teil des Berichts mit aufnehmen.

 

Ansonsten beschränken wir uns darauf, lediglich jene Passagen wiederzugeben, in denen J. Cholet über seine Grabungen berichtet oder in denen konkrete Hinweise enthalten sind.

 

 

1) In den Zeiten der alten Gallier gab es hier einen Platz, der dem Gott ARA geweiht war.  Von diesem Namen, ist der heutige Name des Ortes Rennes-Le-Château abgeleitet worden.  Es waren die Wisigoten, welche den Namen zuerst änderten - sie nannten den Ort Radaès.  Später wurde daraus Rada, Rédé, Rédéa, Rèda-Castel und - schließlich - Rennes-Le-Château.  Die Kelten beteten den Gott Ares an, und weil sie ihm physisch näher sein wollten, errichteten sie sein Heiligtum in einer Höhle, nahe dem Berggipfel, als idealen Ort der Anbetung. Bei Rennes-Le-Château gab es eine Höhle, die sehr nah an dem Gipfel lag.  Ihren Kult übten sie hier aus bis zur Christianisierung. Nach den Gewohnheiten der Zeit errichteten die Priester und Missionare ihre Kirchen bevorzugt auf den Plätzen der alten Naturreligionen.  Auf diese Art wurde der ehemalige Kultort des Ares mit der Kirche Maria Magdalena, überbaut, welche ihre Position durch die Jahrhunderte beibehielt, obwohl sie mehrmals zerstört wurde.  Diese Struktur wurde während der Besiedlung durch die Wisigoten errichtet.

 

2) Als die Sarazenen, von Spanien kommend, in die Region eindrangen, fielen die Verteidigungsanlagen, die durch die Wisigoten errichtet worden waren, in ihre Hände.  Die Eroberung von Radaès gelang erst nach langanhaltenden Kämpfen, da es der regionale Hauptstützpunkt und folglich schwer befestigt war.  Die letzten Überlebenden, innerhalb der Wehranlagen, oben im ehemaligen Höhlentempel, entzogen sich der völligen Vernichtung durch die Flucht, für die sie eine unterirdische Passage benutzten, die in Richtung zum heutigen chateau verläuft und von dort zu dem Platz führt, der als Blanchefort bekannt ist.  Ein Nebenstollen von dieser unterirdischen Passage verläuft zum Ufer der Salz, unterhalb von Coustaussa.  Der Fluß wurde an einer Furt gekreuzt (die noch besteht), während der Ausgang von diesem unterirdischer Durchgang durch einen Bergrutsch blockiert worden ist;  allerdings ist ein Stück ihres Fluchtweges in Richtung nach Coustaussa noch auf der linken Seite der Straße nach Arques sichtbar.

 

3) nachdem Charlemagne die Sarazenen zum vertrieben hatte, nahm eine neue Bevölkerung Wohnsitz auf dem Berg, aber wir wissen nur sehr wenig von dieser Periode.  Wir müssen bis zu dem Albigenser-Kreuzzug warten, um den Namen von Rédé wieder in der Geschichte auftauchen zu sehen.  Es wird angegeben, daß Rédé, nachdem Montségur gefallen war, einer Gruppe von Cathars' oben im Heiligtum Zuflucht gewährte, bis man sie ausliefern musste. Aber wir wissen nicht ob das wirklich so gewesen ist.

 

4) Der wirklich große historische Zeitraum von diesem Bereich - zumindest so weit es die Menschen betrifft, an denen wir interessiert sind - liegt in der Herrschaftszeit der Herren de Voisin. Nach dem Fall der Katharer und ihrer Verbündeten (Einige christliche Herren hatten die großen Katharerhäupter geschützt, nicht aus religiöser Überzeugung, sondern aus dem Gehorsam des Vasallen gegenüber seinem Herrn: das war der Fall bei dem Grafen von Aniort und seinen Brüdern. Nach einem Prozess in Carcassonne, hatten sie ihren Rechtsstreit gewonnen. Unter der Bedingung, dass sie sich ändern, erhielten sie ihren alten Titel wieder. Seitdem verfügt die Familie über das Lehen von De Niort, nach einem kleinen Dorf auf dem Sault-Plateau.) die Überlebenden der Kämpfe teilten das Land unter sich auf. Die Eroberungen im Razés fielen an den Chevalier de Voisin, einen kleinen Edelmann ohne Anhängsel, Sohn des Grafen de VOISIN (-le-Bretonneux, in der Nähe von Paris) und ein Vasall von Simon de Montfort (dem er in seinem Abenteuer folgte). Er hatte das Glück, den Kampf zu überleben. Später nahm den Titel des Grafen Pierre I de VOISIN, Herr von Razé, an. Danach wurde er zum Seneschall. Sein ältester Sohn folgte ihm unter dem Namen Pierre II., während der jüngere Sohn, Paul-Guillaume, der Hinwendung zu Räuberei verdächtigt wurde. Wir haben bis zum Hundertjährigen Krieg (1365) zu warten, um  einem Grafen de VOISIN in der Geschichte wieder zu begegnen, weil er während dieser Zeit Ländereien an die sehr mächtig gewordenen religiösen Orden verlor. Der Seigneur in dem Zeitraum war  Alarich I. de VOISIN, der sich zum Kampf entschloss, um sie zu vernichten. Er versammelte seine Ritter und Vasallen zu einer Einheit. Sie mussten gegen ein Söldnerheer des gegnerischen Abtes antreten. Sie trafen in der Nähe von St. Paul de Fenouillet auf den Feind. Nach einem heftigen Kampf unterlagen sie den Söldnern und was übrig blieb von Alarich-Truppen zog sich ins Reda-Castel zurück, verfolgt von den Truppen des Abtes.  Die Stadt, wurde belagert, genommen und zerstört. Alles, was blieb, war die Burg, obwohl eine Kanonenkugel in einen Turm der Stadtmauer eingeschlagen hatte, in den Tour Marsala (Marsala = Sainte Barbe). Eine gewaltige Explosion zerstört alles, aber das, was unversehrt geblieben war, leistete noch weiteren Widerstand bis zuletzt ...

 

Nachdem die Söldner die Kirche von St. Pierre dem Erdboden gleich gemacht hatten, fanden sie den Eingang zu einem unterirdischen Gang,. Sie drangen ein, weil sie glaubten, auf dem Wege in das Innere des Castrums  zu gelangen. Aber sie erreichten es nicht: an einem Wendepunkt der unterirdischen Passage gab es eine Platte welche einen tiefen Schacht abdeckte. Eine perfekte Falle, denn die Platte drehte sich um ihre eigene Achse und begrub alle Eindringlinge unter sich. Sie fielen in den Schacht. Da liegen sie bis heute. Nach diesem Abenteuer wurde die Belagerung aufgehoben.

 

In diesem gleichen Zeitraum ist die Episode aufgeführt, in der das Reda-Castel für die Frau von Pedro dem Grausamen, König von Kastilien gebaut worden sei. Blanche de Castilla, die dritte Frau, die diesen Namen trug (sie war tatsächlich Blanche de Bourbon) suchte einmal Zuflucht bei dem Grafen de VOISIN,, der aufgrund seines Eigentums ebenso ein Vasall des Königs von Frankreich war, wie von dem König von Kastilien. Aber diese Episode trägt nichts zu unserer Geschichte bei.

 

Die Religionskriege müssen als ein neues Kapitel in diesem Bereich gelten. Die Calvinisten überrannten die Gegend und zerstörten die Städte, deren Bewohner sich weigerten, den Glauben zu wechseln. Reda-Castel und die Stadt waren wieder zerstört: das Schloss, Kirchen, Häuser - alles war dem Erdboden gleichgemacht. Die umliegenden Städte erlitten gemeinsam das gleiche Schicksal. Aus dieser Zeit, hat die Nachbarstadt Espéraza ihren Namen: Es handelt sich also nicht um eine Verzerrung des franz. Wortes espérance (Hoffnung), sondern eine Kontraktion des Okzitanischen Ausdruck" Es-per-raza ", das bedeutet auf Französisch" C'est pour raser '(' Bis auf den Boden abrasiert). Die Familie de VOISIN verschwand aus der Region nach diesem Abenteuer.

 

5) auch das grösste Unglück geht endlich einmal vorüber. Das Razès erwachte wieder zu neuem Leben und neue Familien kamen, um sich dort zu etablieren. Rennes-le-Château ging in den Besitz der Familie von "Hautpoul de Blanchefort über. Es scheint, dass diese neuen Herren reich waren und mächtig, wie andere adlige Familien suchten ihre Freundschaften und Allianzen durch Heirat. Es war die Zeit der Bourbonen-Könige, und wir müssen im Fall der Stadt Rennes-le-Château warten, bis sie wieder geschichtlich in Erscheinung tritt. Es war in der Zeit der Emigrantenströme nach Spanien. Dort fanden sie Zuflucht, bis sich die Situation in der Heimat wieder geändert hatte. Auch für den Pfarrer von Rennes-le-Château kam der Zeitpunkt, an dem er merkte, dass er nicht länger warten konnte. Als er ahnte, dass die zivilen Behörden auf dem Weg waren, ihn zu verhaften, vergrub er seinen spärlichen Besitz in der Kirche und schrieb die Geschichte seiner Umgebung auf einem Stück Pergament nieder, und versteckt es in einem der Grundpfeiler des Altar. Dann ging er – um nie wieder zurückzukehren.

 
6) Rennes-le-Château war immer noch ein reiches Dorf, obwohl abgeschieden: keine Straße geeignet für Fahrzeuge verband den Ort mit den anderen Städten, nur ein grober Saumpfad nach Rennes-les-Bains. Es gab nur wenig Geld in der Region. Die Bewohner, die völlig autark waren, lebten gut, aber bescheiden. Allerdings war die gesamte Palette des Handwerks dort vertreten

.
Viel Zeit war inzwischen wieder vergangen, die alten Wunden verheilten.  Bérenger Saunière, bat den Bürgermeister ihm einen Kredit von 91 Franken und 60 Rappen für Reparaturen auf dem Dach der Kirche zu bezahlen, aber weder der Pfarrer noch die Gemeinde hatten eine solche Summe. Auch wenn der Regen auf den Altar tropfte. Eines Morgens fiel dem alten Glöckner, während der Ausübung seines Amtes, ein Stück Holz fast auf den Kopf, das aus dem Glockenturm herunter gefallen war. Er trat trotzdem hinein  und läutete das Angelus. Am Abend stolperte er erneut über das Stück Holzund aus Neugier hob er es auf und fand es ziemlich leicht für seine Größe. Als er es genauer betrachtete, fand er, dass er hohl war, und dass es etwas enthielt. Er fand darin ein Pergament um einen Knochen gewickelt. Der Text auf dieser Pergament wurde in lateinischer Sprache geschrieben. Er brachte es dem Pfarrer, welcher sagte: "Dies ist sicherlich ein Relikt und seine Geschichte". Tagelang versuchte der Pfarrer erfolglos diesen rätselhaften Text zu übersetzen. Also ging er nach Paris und kehrte mit einer Übersetzung zurück. Am Donnerstag der folgenden Woche, von den Chorknaben unterstützt, versuchte er sich an der Aufhebung einer Platte im Inneren der Kirche, aber sie war schwer, und es dauerte den ganzen Vormittag bis sie sich endlich bewegen liess. Schließlich, um die Mittagszeit war die Aufgabe beendet. Wo die Platte zuvor lag, war ein großes Loch und man sah den Anfang einer Treppe, die auf den Grund hinunter führte. Er schickte die Choristen weg und sprach zu ihnen: "Kommt alle in zwei Stunden zurück  - dann habe ich Süßigkeiten für alle“. Dann verschloß er die Kirche. Um zwei Uhr am Nachmittag war die Tür noch geschlossen. Es wurde erst wieder um vier Uhr geöffnet, als der Pfarrer, ganz freudestrahlend, die Süßigkeiten verteilte, die er versprochen hatte.

 
Von diesem Tag an begann er viel Geld für alle möglichen Dinge auszugeben: Es wurde die Kirche renoviert und dekoriert, er hatte ein großes und schönes Haus gebaut, wo alle willkommen waren, um zu essen, und er hat auch viel für das Dorf und seine Bewohner getan, für die Instandsetzung ihrer Häuser und er gab ihren Töchtern Mitgift. Aber er hatte große Probleme mit dem Bischof. Der ihn aller möglichen Dingen beschuldigte: einen Pakt mit dem Teufel, schwarze Messen, Spionage, Briefkasten für geheime Botschaften, etc., die Anschuldigungen sind nicht wahr gewesen, habe aber verhindert, dass er noch mehr Ausgaben tätigen konnte und weitere Bauten ausführte.

 
7) Eines Tages eine erschien eine Dame, die sehr fromm und sehr reich war. Sie meinte, dass  es unpassend sei, wenn die Messen in dieser schönen, neu renovierten Kirche vor einem so alten Altar stattfänden. Mit Zustimmung des Pfarrers und ohne Rücksicht auf Archäologie, hatte sie den alten Altar, der aus der karolingischen Zeit, vielleicht sogar aus, dass der Westgoten stammte, abgerissen und durch den jetzigen ersetzt. Wieder einmal gab es eine "Suche": In einer der Säulen, statt in der schweren Altartafel, fanden die Arbeiter drei Pergamente, die in der gefahrvollen Zeit des Konvents dort versteckt worden waren. Dieses Mal war die Übersetzung eine leichtere Aufgabe. Es ist dank der ersten beiden Pergamente, dass wir wissen, was wir oben geschrieben haben, über die lokale Geschichte der Region. Der Inhalt des dritten Pergament wurde nicht bekannt, sondern Pfarrer Saunière's späteres Verhalten ist ein klarer Hinweis auf seinen Inhalt. Er fragte einige Arbeiter, die mit dem Bau der Wintergarten zu dieser Zeit  beschäftigt waren, ob sie mit ihren Schaufeln und Hacken in die Kirche kommen könnten. Er ließ sie hinter dem Altar graben, und bald erschien der Hals von einem Tonkrug. Er wollte auf eigene Faust weitergraben: er hatte gerade das geheimen Versteck des Pfarrers gefunden, der nach Spanien geflohen war. In diesem Tonkrug, fand er die prächtige Monstranz, die er dem Kanon von St. Paul de Fenouillet anbot. Statt ihm dafür zu danken, brachte man seine Sache vor das Gericht in Rom.


8) Woher hatte der Pfarrer Saunière aber all das Geld?
In Anbetracht dessen, was wir oben gesagt haben, besteht kein Zweifel, dass es von einem Schatz herrührt: bei der Hebung der Platte, bzw. dem Grabstein des Ritters, hatte er den Weg zum Tempel entdeckt. Nun wollen wir versuchen, die Herkunft des Schatzes oder der Schätze zu verfolgen.

 
A) Die Westgoten: Alarich I., König der Westgoten, belagerte  zweimal Rom. Beim ersten Mal erhielt er ein Lösegeld von der Stadt, bei der zweiten Gelegenheit raubte er Alles und starb dann im folgenden Jahr. Damit diese renommierten Chef ein seiner würdiges Grab erhielt, leiteten seine Soldaten einen Fluss um, gruben das Grab in dem trockenen Flussbett um dann, nach der Beerdigung dem Fluss wieder seinem ursprünglichen Verlauf zu geben. Nach altem Brauch soll in das Grab sein ganzer Besitz mit ihm zusammen bestattet worden sein. Aber des Königs der Anteil war vielleicht nicht der ganze römische Schatz. Die Geschichte lehrt uns, dass die Westgoten unter einander uneinig wurden, nachdem sie sich auf  ihr eigenes Hoheitsgebiet zurück gezogen hatten. Sie konnten sich nicht über die Wahl des neuen Königs einigen. Einige von ihnen, rund 40.000 wird gesagtt, weigerten sich, den Nachfolger von Alarich anzuerkennen. Sie trennten sich von der Hauptstreitmacht und machten sich selbstständig. Diese Gruppe kam mit einem Teil der Beute, um sich schliesslich hier in der Region, für die wir uns interessieren, fest zu setzen. Die Gegend von Radaès eignete sich vorzüglich für Widerstand. Es heißt, dass die Verfolger lange die Flüchtlinge belagerten, aber nicht ein einziges Mal ihren Fuß auf das Plateau setzen konnten. Für die wisigotischen Dissidenten wurde Radaès ihre Hauptstadt und es war es nur logisch, dass sie ihren Schatz hier verbargen.

 
B) Die Katharer: Wir wissen, dass die Kreuzfahrer, als sie Montségur einnahmen, nichts gefunden haben. Wir wissen auch, dass am Morgen der Übergabe drei Männer, auf Befehl ihres Anführers, von den Wällen aus mit Seilen flohen. Erhielten sie die Aufgabe, den Schatz irgendwo anders hin zu bringen, oder sollten sie als die einzigen Überlebenden ihren Glauben an künftige Generationen weitergeben?


C) Die Templer: sie hatten eine starke Präsenz in der Region, mit einer Kommandantur in Campagne-sur-Aude und einen Beobachtungsposten auf dem Mont du Bezu. Auf Blanchefort gab es eine Burg, die ihnen gehörte. Aus ihrem eigenen freien Willen, trotz des Druckes den der französische Adel auszuüben versuchte, beteiligten sie sich nicht am Kreuzzug gegen die Katharer. Nachweislich waren die Templer in die Angelegenheit mit den Schätzen verwickelt. Zu erkennen an der Inschrift auf der Grabplatte. Das sind lateinische Inschriften und Zeichen, die nur die Templer verwendeten. . Es gab auch ein gewisses "Tabu" im Zusammenhang mit den Templer Besitzungen, was bedeutete, dass ihre verborgenen Schätze im Laufe der Jahrhunderte unberührt blieben. Alles, was mit den Templern zu tun hatte bewirkte große Angst bei denen, die es bewachten. Alle waren vernünftig genug, sich diesen Dingen nicht zu nähern.

 
D) Blanche de Kastilien: Es wurde ein Pergament gefunden, aus welchem hervorgeht, dass die Mutter von St. Louis nach Réde kam. Zusammen mit einem schwer beladenen Konvoi, unter starker Bewachung. Pergamenten zufolge, ist das Gepäck in einem unterirdischen Gang unter dem ehemaligen Schloss der Grafen de VOISIN begraben und dann eingemauert worden. Die Tatsache, dass dieses Gepäck einem so starken Verbündeten anvertraut wurde, bedeutet, dass es sich um etwas von besonders grossem Wert handelte. Dies geschah im Juni 1249, als der König auf dem Kreuzzug und noch nicht ein Gefangener der Sarazenen war. So kann es nicht sein Lösegeld gewesen sein, aber durchaus die Reste vom königlichen Schatz. Als das Ende der Regentin nahte, versuchten die Barone sich den Schatz anzueignen. So viel man weiss, erfolglos.


E) Blanche de France: Tochter von St. Louis, in Jaffa geboren im Jahre 1252. Sie war Blanche de Castilla (die zweite, die diesen Namen trug) durch ihre Ehe mit dem Erben von Kastilien. Sie hielt sich auch in Rede auf. Für sie ist die ehemalige Burg der Templer restauriert worden und erhielt den Namen Blanchefort. Die Geschichte, die folgt, ereignete sich während der Herrschaft von Philippe III dem Kühnen. Nach der Ermordung des Thronfolgers von Kastilien (der Ehemann von Blanche de France) und Entführung ihrer gemeinsamen Kinder mit dem König, nach Frankreich, berief die Zusammenkunft der Heiligen Drei Könige (Frankreich, Mallorca und Aragon) ein. Weil die Gespräche kein günstiges Ergebnis erbrachten musste es zum Krieg kommen, den Frankreich verlor. In dem Vertrag, der folgte, wurde festgelegt, dass die Kinder an ihre Mutter unter der Bedingung zurückgegeben würden, dass sie und die Kinder künftig auf den Thron von Kastilien verzichtete und die Familie in Frankreich lebte. Eine beträchtliche Summe Geld in Gold stand ihr bei der Rückkehr zur Verfügung, von der ihr jährlich ein Teil ausgezahlt werden sollte. Im Prinzip lebte sie in Lunel. Aber sie machte häufige Besuche in Blanchefort. Es war während eines Besuchs in Blanchefort, dass die kleine Karawane mit dem für sie bestimmten Gold angegriffen wurde. Die Eskorte wurde niedergemacht und die Maultiere und ihre Last gestohlen. Jeder in der Umgebung ist davon ausgegangen, dass niemand anderer als der Graf Paul-Guillaume, den Angriff gestartet hat und dass er seine Beute in den unterirdischen Gängen des Schlosses versteckte. Kurze Zeit später verschwand Graf Paul (Rache?, Exil? - Niemand wird es jemals wissen).

9) Auf welchen Weg gelangte Pfarrer Saunière zu seinem Schatz?


Beim ersten Mal geschah dies über die Stelle, an der sich der „Grabstein des Ritters“ befand. Nach dem Tod von Saunière befragte man (?) seine Zeitgenossen. Die erinnerten sich u.a. daran, dass man im Mittelgang der Kirche, vor dem Altar,  für eine geraume Zeit über Bretter gehen musste. Dieser Ort ist nicht richtig, da bei den Grabungen an der Stelle zu erkennen gewesen ist, dass dort seit Jahrhunderten keine anderen Grabungen durchgeführt worden sind. Pfarrer Saunière hatte die Fliesen wieder eingesetzt das Loch unter dem Grabstein war verstopft. Doch fuhr er weiterhin darin fort, das Schatzversteck zu besuchen. Dies deutet darauf hin, dass er, einmal in den unterirdischen Gängen angekommen, noch weitere Zugänge oder Ausstiege gefunden haben muss  - und zwei Tatsachen beweisen es:
Eines Abends, als er in den Friedhof ging  folgten ihm einige Leute. Plötzlich war er verschwunden. Die Verfolger versteckten sich und warteten auf seine Rückkehr. Aber er kam nicht wieder heraus. Doch am nächsten Morgen hielt er die Messe in seiner Kirche. Es gibt noch einen anderen Weg, und der führt zum ehemaligen Tempel. Er fand ihn in dem Steingarten. Eines Nachts folgte dem Pfarrer ein Mann und sah ihn untertauchen, nachdem er in diesem Garten gegraben hatten. Er folgte ihm und überrascht ihn beim Stöbern in einem Fass voller Goldmünzen. Der curé war wütend darüber, daß man ihn überrascht hatte. Er begleitete den Mann wieder zurück und führte ihn in die Kirche, wo er ihn auf das Evangelium schwören liess, niemals jemandem zu erzählen, was er gesehen hatte. Der Mann hielt sein Wort für sein ganzes Leben, aber auf dem Sterbebett sprach er.


10) Das "Gepäck" von Blanche de Kastilien: Es ist erforderlich, zwischen dem Schatz des Heiligen (des Heiligen Ludwig? – oder dem „Heiligen Schatz“?) und dem königlichen Schatz zu unterscheiden. Ich hielt in meinen eigenen Händen das Pergament, welches sich mit dieser Angelegenheit befasst, und ich kann sagen, dass die unterirdischen Gänge, in denen dieses "Gepäck" ist (oder war) etwas ganz selbstständiges sind und nicht mit dem ehemaligen Tempel in Verbindung stehen. Falls es jemals tatsächlich einen Verbindungsgang gegeben haben sollte, dann wurde er zugemauert. Auf dem Pergament sind zwei Handschriften zu erkennen. Eine wirkt wie unbeteiligt (gleichgültig?) Das ist die Hand, welche die wichtigsten Zeichnungen und Text anfertigte. Das gesamte Dokument ist datiert und von Frère Dominique de Mirepoix im Juni 1249 unterzeichnet. Der Unterzeichner erklärt, dass er der Regentin dabei behilflich gewesen wäre, ihr „Gepäck“ zu vergraben und auf ihren Befehl ihre Pläne in die Tat umzusetzen. Die zweite Handschrift ist sehr schön, wie mit dem Pinsel gemalt, und die Farbe ist schwarz (während die erste bläulich ist). Der Text enthält nur ein paar ergänzende Angaben wie "Souterrain remblayé par SMBC" ( "unterirdische Passage ist verschüttet bei SMBC") und an der Stelle, wo das „Gepäck“ versteckt worden ist aufgefüllt. Und: "Ici est la enfoui Puissance" ( "Hier ist das Vermögen begraben"). Diese zweite Handschrift ist weder datiert und auch nicht unterzeichnet, ist aber zweifellos jüngeren Datums.


 

 

12) ERGEBNISSE DER UNTERSUCHUNGEN

 

Auf meine eigenen Kosten untersuchte ich das Kircheninnere sowohl unter als auch hinter dem Altar, habe aber nichts gefunden oder ausgegraben.

 
Ich habe auch im Zugangsbereich gegraben und vor dem Altar - wieder nichts. Unter der Treppe von der Kanzel ist eine weitere Treppe, die hinunter führt zum Friedhof. In dem kleinen Turm auf der linken Seite der Sakristei sieht es so aus, als ob  die Steine in einer Partie der Wand mit der Apsis in Form eines Entlastungsbogen angeordnet sind, aber das ist vage. Unter dem Boden der Sakristei fand ich den Anfang einer Treppe in Richtung Süden verlaufend. Ihre Stufen waren grob behauen und sie sind so breit wie der Eingang in die Sakristei. In diesem Jahr musste ich meine Untersuchungen an der Stelle abbrechen, weil mein Urlaub zu Ende ging und meine finanziellen Mittel aufgebraucht waren. 


B) Einige Jahre später, erklärte sich eine sehr wohlhabende Person bereit, meine Arbeit, meinen Urlaub und meine Mitarbeiter zu finanzieren. Also kehrte ich zurück. Wir verschwendeten viel Zeit mit vergeblichen Diskussionen und Behördengängen, um eine Grabungsgenehmigung zu erhalten.

 

Zuerst rissen wir, von der Kanzel her, den Fussboden der Kirche auf. Mein Sponsor, ein Pendel-Experte, hatte den Eingang von unterirdischen Gängen dort lokalisiert. Aber wir fanden nichts. Ich grub bis in den Bereich der Fundamente, in Bereiche, die zuvor noch nie freigelegt worden waren. Wir fanden die Umrisse von vielen leeren Gewölben. Wir nahmen uns in der gleichen Weise den Bereich an der Südwand vor, mit etwa dem gleichen Ergebnis, wobei der einzige Unterschied darin bestand, dass alle menschlichen Überreste, die auf der anderen Seite fehlten, hier durcheinander lagen wie Kraut und Rüben. Auf Anraten einer Hellseherin, begannen wir dann hinter dem Altar zu graben - aber ohne etwas zu finden. Der Winter und der Schnee zwangen uns dann, die Arbeit niederzulegen.

 
C) Mit Herrn Domergue und seinen Freunden gruben wir einen Versuchsgraben von ca. 18 Meter Länge durch den Fels, auf seinem Grundstück. Herr Domergue war davon überzeugt, dass der Eingang zu den unterirdischen Gängen in der Nähe des Altars wäre, aber obwohl wir unseren Graben bis auf den Bereich unter dem Altar vorantrieben, fanden wir nichts. Doch hatten andere Forscher gleichfalls schon auf eigene Faust gegraben, von einem anderen Ort ausgehend. Vom Kamin des ehemaligen Pfarrhaus, in dessen gemauerten Schornstein sich eine Kammer befindet, die als Versteck gedient zu haben schien. Er (Domergue) brach diese Grabung ab, nachdem er die Verbindung vom Schornstein her verloren hatte. Er grub dann von dem Weg aus, der neben dem Friedhof an der nordwestlichen Ecke des Friedhofs verlief, aber wieder ohne Ergebnis. Er verwendete sogar Sprengstoff um die Abdeckung zu entfernen, die einen Brunnen auf seinem Grundstück verdeckte. Dort fand er das Pergament von Dominique de Mirepoix. Im Prinzip ist es gut möglich, dass hier der unterirdische Gang beginnen könnte. Die inneren Wände sahen nicht so aus, als ob sie von Menschenhand bearbeitet worden wären. Er begann auch zu Graben in den Fundamenten, im Tank unter der alten Schmiede, aber ohne Erfolg.

 
D) Lange bevor diese Ausgrabungen stattfanden, haben Forscher aus Carcassonne sich im Inneren der Kirche eingeschlossen. Sie gruben dort ohne fremde Hilfe und ohne danach etwas darüber zu sagen, ob sie irgend etwas fanden oder nicht.


E) Viele andere Forscher haben ebenfalls erfolglos gegraben.

 
13) Es wird erzählt, dass im Laufe der Jahrhunderte zwei Menschen der Zutritt in die unterirdischen Gängen gelungen sei: Ein Hirte, der eine entlaufene Ziege suchte, die in ein Loch gestürzt war, wo er sie in der Nähe von menschlichen Überresten fand, die den Boden inmitten von verstreuten Gold-Münzen bedeckten. Er brachte eine recht große Menge der Münzen mit, wurde aber des Diebstahls angeklagt und hingerichtet. Die Alten erzählen auch, dass ein Priester, in der Zeit von Louis XIV, einen Schatz gefunden hätte. Im Jahr 1959, als ich mich in der Kirche aufhielt, kam ein Briefträger herein und sagte zu mir: "Es gibt einen unterirdischen Gang, der von der Kirche zum Schloss führt, aber ich würde um alles in der Welt nicht dort hineingehen. Er sagte ausserdem zu mir: "Der Pfarrer Saunière erhielt viele Geldanweisungen durch die Post.

 
14) Auf welchem Weg gelangte Saunière immer wieder in das Depot?


A) In Bezug auf den keltischen Tempel: Der beste Weg um  in diesen einzudringen besteht darin, dem Vorgehen Saunières zu folgen, dh von der Stelle aus, wo die Platte, bekannt als "Grabstein des Ritters", früher lag. Die Kenntnis dieser Lage ist nicht völlig verloren gegangen: Zwei Menschen sind in das Geheimnis eingeweiht, aber es ist ein Geheimnis, das sie für sich selbst behalten haben. Nicht sehr viel Arbeit wäre in dem Steingarten nötig, um den zweiten Weg zu finden. Aber in beiden Fällen würde man gegen das Verbot der Gemeinde verstossen.


B) Aus all dem, was oben gesagt wurde, kann man schließen, dass wir es mit zwei ganz verschiedenen Anlagen zu tun haben, zwischen denen keine Verbindung besteht:


1 - Der ehemalige Tempel mit seinem Schatz oder seinen Schätzen.

 
2 - Der unterirdische Gang von der Burg, mit dem "Gepäck" der Regentin.

 
C) Sollte jemals jemand das Glück haben, in die unterirdischen Gänge oder in den ehemaligen keltischen Tempel zu gelangen, dann ist größte Vorsicht geboten: Falltüren, Schlagfallen und andere Arten von Fallen könnten in der Anlage installiert sein, die dem Unvorsichtigen zum Verhängnis werden. Der Mechanismus welcher die Söldner im Mittelalter vernichtete, ist für diesen Zweck gebaut worden, wie das Abenteuer der Söldner von 1365 beweist.

 
25 April 1967

 
unterzeichnet:

 J. CHOLET


Dieser Bericht hinterlässt letztendlich ein zwiespältiges Gefühl. Und er wirft mehr Fragen auf, als er beantwortet:

Wieso, zum Beispiel,  konnte Mr Cholet eigentlich mit absoluter Selbstverständlichkeit die Existenz eines unterirdischen Tempels unter der Kirche Marie-Madeleine behaupten?
Alles, was er in dem Zusammenhang erzählt, ist rein spekulativ. Es gibt nicht einen einzigen Beleg dafür, dass der Ort  von den Galliern besiedelt, befestigt oder kultisch genutzt worden sei. Ausser ein paar wenigen, unbedeutenden Fundstücken deutet nichts weiter auf die Anwesenheit von "Galliern" hin. Erst Recht nichts auf einen Platz, an dem ein Gott namens ARA oder ARES verehrt worden wäre - und noch weniger auf einen Tempel zu seinen Ehren.
Einzig die oft geübte Praxis der römischen Kirche, auf alten, heidnischen Kultstätten ihre Kirchen zu errichten, liegt demnach Cholets Annahme zugrunde, dass man hier, in Rennes-le-Château, auf die gleiche Weise verfahren sei. Mit anderen Worten: Weil hier eine alte Kirche steht, muss eine ältere Kultanlage darunter verborgen sein.
Kein anderer, als Louis Fédie, legte sich eindeutig darauf fest: "Wir werden zeigen, dass die Stadt Rhedae nicht von dem hier ansässigen Volk, dem Stamm der "Atacins", gegründet worden ist, dass sie keine römische Kolonie war, und dass sie auch nicht gallo-hellenistischen Ursprungs gewesen ist. Die Stadt wurde von Fremden gegründet, von Eroberern. Diese Eindringlinge kamen nicht aus dem Norden, denn ihr Marsch wäre zu stark behindert worden, und sie hätten bestimmt nicht einmal den Verusch unternommen, diese Hindernisse zu überwinden, um solch ein ärmliches Gebiet zu besetzen. Prüft man das Alles, dann gelangt man zu dem Ergebnis, dass sie aus der entgegen gesetzten Richtung, aus dem Süden, gekommen sind, aus der iberischen Region. Ausserdem existierte die Stadt Rhedae bereits, als die Invasion der Sarazenen begann und deshalb kann sie nur von denen gegründet worden sein, die zuvor schon in Gallien eingefallen waren, das bedeutet: von den Visigoths. Wir sind davon überzeugt, dass Rhedae zuerst eine Ansiedlung der Visigoths gewesen ist.
Wir werden verschiedene neue Argumente vorlegen, welche diese Behauptung untermauern."

Von einem Platz, an dem ein Gott ARA, oder auch ein anderer Gott, angebetet worden sein soll, wusste Fédie jedenfalls nichts. Woher wusste es, dann also Mr Cholet?


Prof.ren. asmodeus

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